60 Jahre vatikanischer Rat für die Einheit der Christen

Kardinal Kurt Koch, Präsident des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen. Foto: LWB/M. Renaux

LWB-Generalsekretär erinnert an langjährige ökumenische Partnerschaft

GENF (LWI) – Der Generalsekretär des Lutherischen Weltbundes (LWB), Pfarrer Dr. h.c. Dr. h.c. Martin Junge, hat anlässlich des 60. Jahrestags der Gründung des Ökumene-Amtes im Vatikan ein Grußschreiben an den Präsidenten des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, Kurt Kardinal Koch, gesandt.

In dem Gratulationsschreiben bekräftigt Junge, das Amt habe in den vergangenen 60 Jahren „den Weg für die Ökumene weiter geebnet“. Schon vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil, so Junge, habe das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen unter der „visionären Leitung von Kardinal Bea begonnen, an der Ausrichtung des Rates zu arbeiten, und diesen mit verschiedenen wichtigen Dokumenten unterstützt, darunter auch die wegweisende Erklärung über den Ökumenismus (Unitatis Redintegratio)“.

Das Sekretariat zur Förderung der Einheit der Christen war am 5. Juni 1960 von Papst Johannes XXIII. geschaffen worden, um die Teilnahme von nicht-katholischen Beobachtern am Zweiten Vatikanischen Konzil zu ermöglichen. Dieses richtungweisende Konzil von katholischen Bischöfen aus aller Welt begann zwei Jahre später im Oktober 1962 und endete mit seiner letzten Session im Dezember 1965. 1988 wurde das Sekretariat umbenannt und hieß fortan Päpstlicher Rat zur Förderung der Einheit der Christen.

Ergebnisreiche bilaterale Beziehungen 

Junge schreibt in seinem Brief an den Schweizer Kardinal, der Einheitsrat und der LWB könnten auf langjährige und ergebnisreiche bilaterale Beziehungen zurückblicken, die 1965 mit der ersten bilateralen Lutherisch/Römisch-katholischen Kommission für die Einheit ihren Anfang nahmen. Der LWB-Generalsekretär erinnert in seinem Schreiben an verschiedene wichtige Dokumente, die aus der Arbeit dieser Kommission hervorgegangen seien, darunter „Alle unter einem Christus“ aus dem Jahr 1980 und die 1999 unterzeichnete „Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre“, welche, so Junge, „unsere ökumenische Arbeit bis heute leitet und begleitet“.

Weiterhin erinnert Junge an die historischen gemeinsamen Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum mit Papst Franziskus in Schweden im Oktober 2016. Er brachte seine „große Wertschätzung und Dankbarkeit für die Arbeit und das Zeugnis des Einheitsrates“ zum Ausdruck, der sicherstelle, dass „die ökumenische Aufgabe weiterhin ein zentrales Thema für die katholische Kirche bleibe“. Junge betont: „In unserem fortgesetzten gemeinsamen ökumenischen Engagement sind wir sowohl dem Ruf Gottes, als auch der Sehnsucht der Menschen nach Einheit verpflichtet.“

Junge dankt Kardinal Koch für sein Leitungswirken im Päpstlichen Rat und zitiert dazu Worte von LWB-Präsident Erzbischof Panti Filibus Musa, die dieser anlässlich ihres ersten Treffens im Vatikan an Papst Franziskus gerichtet hatte: „Wir haben uns auf den unumkehrbaren Weg vom Konflikt zur Gemeinschaft begeben und wir wollen ihn nicht wieder aufhören lassen.“

Anlässlich des nun 60-jährigen Bestehens, bekräftigt Junge, „freut sich der Lutherische Weltbund mit Ihnen und der ganzen Kirche und dankt Gott für das Zeugnis für den Aufruf des Evangeliums zur Einheit: ut unum sint (dass sie eins seien)“.